15.06.2026
Solidarität statt Gleichgültigkeit: Mahnmal auf dem Friedhof Feldli SG eingeweiht
Mit dem Mahnmal «Segel / Sail» auf dem Friedhof Feldli in St. Gallen wurde ein bleibender Ort des Gedenkens geschaffen. Das Kunstwerk erinnert an Menschen, die auf der Flucht ihr Leben verloren haben, und setzt ein sichtbares Zeichen für Menschlichkeit, Solidarität und gesellschaftliche Verantwortung.
Von weitem sichtbar steht das Werk „Segel / Sail“ des syrischen Künstlers Ahmad Al Rayyan bei der Rondelle im Friedhof Feldli. Blaue Dreiecke glitzern darauf im Abendlicht und erinnern an eine Wasseroberfläche. Das blaue Meer als Sehnsuchtsort im Reisekatalog – wird für Menschen auf der Fluchtroute nach Norden oft zum Grab. Dieser Spannung hat der Künstler einen Ausdruck geschaffen.
Rund 40 Gäste trafen sich am Donnerstag zur Einweihung des Mahnmals, um jener zu gedenken, die auf der Flucht über das Mittelmeer umgekommen sind. Eine interreligiöse Projektgruppe rund um Chika Uzor hat aus der Frage, wohin die Namens-Zettel der vergangenen Aktionen „Beim Namen nennen“ kommen sollen, ein Kunstwerk namens «Segel setzen für Menschlichkeit» gemacht: Eine bleibende Gedenkstätte, an der nicht nur alle zwei Jahre, sondern jederzeit an das Schicksal der vielen, oft namenlosen Geflüchteten gedacht werden kann.
Das blaue Meer als Sehnsuchtsort im Reisekatalog – wird für Menschen auf der Fluchtroute nach Norden oft zum Grab. Dieser Spannung hat der Künstler einen Ausdruck geschaffen.
Stadtrat Matthias Gabathuler erinnerte in seiner bewegenden Ansprache an die geopolitische Realität, dass es in der Schweiz auch aktuell Profiteure der Flüchtlingsströme gebe. Christlich sei es für ihn, trotz der Dunkelheit an das Licht zu glauben, solidarisch statt gleichgültig zu sein. Dazu solle die Gedenkstätte beitragen.
Den richtigen Ton fanden die Musiker Roman Rieger, Saxofon, und Sadjo, Balaphon in ihren kurzen meditativen Intermezzi. Die Musik berührte die Teilnehmenden auf einer anderen Ebene und gab dem, was nicht in Worte zu fassen war, Raum.
In weiteren Redebeiträgen wurde den Spender:innen – zu denen auch Caritas St. Gallen - Appenzell gehört – gedankt. Religionsvertretende betonten die Verantwortung der Kirchen für Mitmenschlichkeit. In Gebeten und einer Schweigeminute wurde für Hoffnung und Frieden gebetet. Anschliessend lud Mitinitiant und Pfarrer Uwe Habenicht zum Apero ins Kirchgemeindehaus Lachen ein. Denn Gemeinschaft sei wichtig gewesen in diesem Projekt, dank der Zusammenarbeit vieler Institutionen und Personen hätten Hindernisse im Projekt überwunden werden können. Und Gemeinschaft entstehe eben beim Zusammensein.
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Beatrice Mock
Diakonieanimation | St. Gallen
763436637
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