Dürfen wir Sie auf eine Zeitreise mit Caritas Zürich mitnehmen? Jede Woche werden zwei Bilder von gestern und heute zu einem bestimmten Thema aufgeschaltet – versehen mit Kommentaren von unserem ehemaligen Direktor Max Elmiger.

Woche 8: Hilfe für Geflüchtete

Flüchtlingshilfe ist für Caritas zentral. Der Ungarnaufstand 1956 löste in der Schweiz eine riesige Solidaritäts-Welle aus. Dabei spielten das Rote Kreuz und die Schweizer Caritaszentrale eine wichtige Rolle, die Zusammenarbeit unter den Hilfswerken war exemplarisch. Die Schweiz nahm über 10'000 Geflüchtete auf. Da rund 80% der ungarischen Bevölkerung katholisch war, erhielt Caritas Zürich den Löwenanteil der gegen 3'000 Personen im Kanton Zürich. (Bild: Demonstration beim Alfred-Escher-Brunnen in Zürich)
Die Schweizer Asylpolitik wurde immer stärker hinterfragt, das Asylgesetz öfters revidiert und verschärft. Die Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA) wurde deshalb im 1986 von HEKS ZH/SH und Caritas Zürich gegründet, finanziert von der reformierten und katholischen Kantonalkirche, in einer verlässlichen Kooperation. Das Ziel der ZBA war seither, Asylsuchende und Geflüchtete in rechtlichen Fragen zu unterstützen und faire Verfahren zu ermöglichen.

Bei Caritas Zürich gibt es die Fachstelle Flüchtlinge. Was dort passiert, sehen Sie hierLink öffnet in neuem Fenster.

Woche 7: Vom Wohnen

1961 eröffnete der Verein katholisches Obdachlosenheim Zürich das Caritas-Hospiz im Kreis 5. Den Anstoss gab die steigende Wohnungsnot, von der die «Clochards» besonders betroffen waren. Noch heute bietet das Caritas-Hospiz an der Konradstrasse 79 dreissig Männern ab 25 Jahren eine zuverlässige Unterkunft. Allen gemeinsam sind sozialpsychiatrische Beeinträchtigungen und Abhängigkeitsprobleme.
In den Städten und Agglomerationen ist es besonders für Armutsbetroffene fast unmöglich, eine günstige Wohnung zu finden. Hier setzt WohnFit an, welches vom Stadtzürcher Sozialdepartement finanziert und von Caritas Zürich geführt wird. Freiwillige coachen in einem Tandem wohnungssuchende Personen in Wohnfragen und im Bewerbungsverfahren. – Vermehrt wird dadurch Wohnraum nicht. Deshalb bringt sich Caritas Zürich auch politisch ein.

Mit unserer «Anlaufstelle Wohnungssuche» unterstützen wir Menschen, die aufgrund ihres schmalen Budgets noch mehr Mühe haben, eine Wohnung zu finden. Möchten Sie ich freiwillig engagieren? Mehr dazu hierLink öffnet in neuem Fenster.

Woche 6: Konkrete Hilfe

Caritas half seit jeher konkret. In den Dreissiger Jahren konnten Bedürftige Kartoffeln sehr günstig kaufen oder Erwerbslose Äpfel beziehen. 1937 waren es 22 Tonnen Kartoffeln und über 40 Tonnen Gratisobst. Auf dem Bild eine Apfelverteilaktion vor dem Gesellenhaus Wolfbach in Zürich. Als Nachkriegshilfe insbesondere für Österreich fanden Sammlungen von Kleidern, Lebensmitteln und Medikamenten grosses Echo. Das Motto dabei war: «Helft uns helfen».
Der erste Caritas-Markt entstand 1992 in Basel. Heute beliefert eine eigene Einkaufsgenossenschaft 22 Läden in der Deutsch- und West-Schweiz, drei in Zürich und Winterthur. Menschen mit schmalem Budget kaufen hier mit einem Ausweis günstige Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs ein. Gleichzeitig beschäftigen wir Sozialhilfebeziehende, damit sie im ersten Arbeitsmarkt wieder Fuss fassen können. – Hilfe zur Selbsthilfe oder gar Empowerment.

Sie möchten Gönner*in des Caritas-Marktes werden und so Armutsbetroffene konkret unterstützen? HierLink öffnet in neuem Fenster. erfahren Sie mehr. 

Woche 5: Diakonie gestern und heute

Caritas ist weltweit tätig und bezieht ihr Programm aus ihrem lateinischen Namen, der «tätige Nächstenliebe» bedeutet. «Patron» des selbstlosen Helfens ist der Samariter aus dem Gleichnis im Lukas-Evangelium 10,25-37. Der Grafiker Hans Tomamichel hatte wie der Caritas-Gründer Generalvikar Alfred Teobaldi Wurzeln in Bosco/Gurin. Sie waren befreundet und tiefreligiös. Tomamichel prägte über vierzig Jahre lang den Caritas-Auftritt (Grafik: Almosen, 1956).
In den christlichen Konfessionen ist «Diakonie» (griechisch, so viel wie «Dienst») der Ausdruck für das christliche Engagement für alle Menschen in Not, unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Religion. Die Abteilung Diakonie ist die wichtigste Schnittstelle der Caritas Zürich zu den Pfarreien und in der Ökumene, etwa für die professionelle kirchliche Sozialarbeit, für die Begleitung von Freiwilligen in der Arbeit für Geflüchtete oder youngCaritas.

Wie funktioniert Diakonie heute? HierLink öffnet in neuem Fenster. erfahren Sie mehr. 

Woche 4: Caritas-Woche

Die Krise der dreissiger Jahre erforderte neue Finanzierungsquellen. Deshalb wurde 1936 das Caritas-Opfer in den Stadtzürcher Pfarreien eingeführt, ab 1960 im ganzen Kanton. Die Werbung dazu gestaltete der Grafiker Hans Tomamichel über 40 Jahre lang unentgeltlich. Hauptberuflich kreierte er ganze Kampagnen etwa für Nestlé oder Cailler. Noch heute ist seine Knorrli-Figur bekannt. Seine Grafiken stellen das christliche Liebesgebot als eindringlichen Appell dar.
Das Caritas-Opfer war lange ein grosser finanzieller Erfolg. Im 1975 brachte es gut eine Viertelmillion Franken ein. Heute dienen zwei Caritas-Wochenenden im Januar und Februar der Sensibilisierung zu Armut und sozialem Engagement. Caritas-Mitarbeitende stellen in den Pfarreigottesdiensten ihre Arbeit vor und kommen direkt in Kontakt mit den Gemeinden. Die Caritas bleibt dadurch für Katholikinnen und Katholiken «ihr» kirchliches Sozialwerk im Kanton.

Diese Woche ist Caritas-Woche. Was das ist, erfahren Sie hierLink öffnet in neuem Fenster.

Woche 3: Secondhand-Kleider

Schon früh begann Caritas Zürich, gebrauchte Kleider zu sammeln. Anlass war eine Solidaritätsaktion im Rahmen der Nachkriegshilfe. 1979 wurde in Wiedikon der erste «Caritas-Chleiderlade» eröffnet. Bereits in den ersten Jahren konnte er mit Secondhandkleidern einen Ertrag bis zu 200'000 Franken erwirtschaften. 1986 kam der zweite Laden an der Schwamendingenstrasse 14 in Oerlikon dazu.
Heute ist Caritas Secondhand in Zürich und Winterthur eine etablierte Marke und steht für nachhaltiges Recycling und Solidarität. Die gespendeten Kleider werden professionell sortiert. Kaufen können alle, Personen mit wenig Ressourcen erhalten Rabatt und finden Günstiges im Outlet-Laden. Aus dem Reingewinn werden soziale Projekte der Caritas Zürich finanziert. Konstant bleibt die Solidarität.

Sie haben schöne, gebrauchte Kleider, die Sie nicht mehr tragen? 

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Woche 2: Pioniere

Gründervater und erster Direktor der Caritas in Zürich wird 1926 Alfred Teobaldi, Vikar in Hottingen, später 1956 bis 1969 erster Generalvikar des Kantons Zürich. Prinzipien für konkrete Antworten auf die jeweilige Not stammen aus der katholischen Soziallehre (Sozialenzyklika «Rerum Novarum» von 1891). Caritas-Aktion ist Teil der öffentlichen Wohlfahrt; Sozialversicherungen sind erst im Aufbau. 1957 übernimmt Pfarrer Hans Brügger (rechts) die Pionierarbeit als zweiter Direktor.
1926 gründen 26 Mitglieder aus katholischen Pfarreien und Vereinen den Caritasverband. Sukzessive entstehen im Kanton eigenständige Hilfswerke: Monikaheim für Kinder und Mütter (1933), Männerheim Caritas-Hospiz (1961), Kinderheim Sunneblueme (1968), Behindertenseelsorge (1971) und das grösste Werk, die Stiftung Ilgenhalde für Menschen mit mehrfachen Behinderungen (1974).

Caritas Zürich entwickelt stets neue Angebote zum Kernthema Armut. Welche, sehen Sie hierLink öffnet in neuem Fenster.

Woche 1: Der Anfang

Am 4. März 1926 wurde der Caritasverband der Stadt Zürich offiziell gegründet. Der Zusammenschluss aller caritativ tätigen katholischen Pfarreien und Organisationen war der Vorläufer des heutigen Vereins Caritas Zürich. Das erste Logo war 1934-1956 im Gebrauch und zeigt ein Öllämpchen mit den griechischen Zeichen «XP» als Initialen für Christus. Die Motivation und das Feuer der damaligen freiwilligen Helferinnen und Helfer werden in den Vordergrund gestellt.
Vor 100 Jahren musste sich die katholische Minderheit, die in den reformierten Kanton eingewandert war, selber helfen. Heute sorgt sich Caritas Zürich um Menschen verschiedenster Herkunft und Religionen mit dem immer noch gleichen Problem: Wie täglich menschenwürdig über die Runden kommen? Wir sprechen sie gezielt an und stellen deshalb unsere Vision und Hilfeleistungen in den Vordergrund. Unverzichtbar ist bis heute das Feuer der Freiwilligen.

Warum unsere Arbeit notwendig ist und wie wir aktuell Menschen im Alltag unterstützen, sehen Sie hier: 

Unsere VisionLink öffnet in neuem Fenster.