30.09.2026

Reicht Arbeit nicht zum Leben?

Ein Fachpodium in Luzern beleuchtete die Ursachen von Erwerbsarmut und diskutierte, welche Massnahmen Betroffene wirksam unterstützen können.

Arbeiten und dennoch die laufenden Ausgaben kaum decken können – diese Realität stand am 28. September 2026 im Mittelpunkt des Fachpodiums «Working Poor – Trotz Arbeit zu wenig zum Leben» in Luzern. Caritas Schweiz organisierte den Anlass im Rahmen ihres 125-jährigen Jubiläums. Caritas St. Gallen-Appenzell war ebenfalls vertreten.

Das Podium brachte Perspektiven aus Wissenschaft, Politik und Beratungspraxis sowie die Sicht einer Betroffenen zusammen. Diskutiert wurden die Ursachen von Erwerbsarmut, Hürden im Alltag und mögliche Antworten. Dabei ging es um eine grundlegende Frage: Was braucht es, damit Erwerbsarbeit den Lebensunterhalt eines Haushalts tatsächlich sichern kann?

Wie aktuell diese Frage ist, zeigt das im September veröffentlichte Positionspapier von Caritas Schweiz. Fast 360’000 Erwerbstätige in der Schweiz sind von Armut betroffen oder bedroht. Tiefe Löhne, unregelmässige Arbeitspensen und die Schwierigkeit, Erwerbsarbeit und Betreuung zu vereinbaren, können die finanzielle Situation eines Haushalts belasten.

Um Erwerbsarmut wirksam zu bekämpfen, braucht es ein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Massnahmen. Caritas Schweiz fordert unter anderem faire Löhne, genügend hohe und planbare Arbeitspensen, Ergänzungsleistungen für Familien sowie finanzielle Unterstützung für berufsorientierte Weiterbildungen. Ziel ist, Menschen zu ermöglichen, ihren Lebensunterhalt dauerhaft aus eigener Kraft zu sichern.