Caritas Zürich setzt sich dafür ein, dass alle Menschen im Kanton Zürich genug zum Leben haben. 

Seit 100 Jahren.

Und wir werden auch in Zukunft da sein, wenn Menschen in Not geraten: Wir bieten Entlastung, stärken Ressourcen und verhindern Armut. 

Das schaffen wir nur durch gemeinsames Handeln. Lernen Sie hier die Protagonist*innen unserer aktuellen Kampagne kennen. 

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Lernen Sie Danièle, Angelina und Amanch kennen

Wir entlasten Budgets. Seit 100 Jahren.

Erweitert ihren Erfahrungshorizont

Danièle, Freiwillige

Ich habe mir immer gesagt, dass ich mich nach der Pensionierung freiwillig engagieren möchte. Und nun helfe ich einmal in der Woche im Laden, fülle Regale auf, mache Datumskontrollen, bin an der Kasse. Der Detailhandel ist für mich ein neues Gebiet, ich gehe nun ganz anders einkaufen. Man unterschätzt, was es braucht, dass ein Laden funktioniert, dass das Angebot stimmt, die Regale gefüllt sind. Auch war ich erstaunt, wie divers die Kundschaft im Caritas-Markt ist. Die Arbeit hier hat mein Bild von armutsbetroffenen Menschen stark verändert. Ich hatte meine letzte Stelle als kaufmännische Angestellte im Luxusbereich. Da war ich mit einer anderen Gesellschaftsschicht in Kontakt.
Vor allem macht mir die Arbeit im Markt grossen Spass. Ich komme in Kontakt mit vielen Menschen, mit Kund*innen und Arbeitskolleg*innen, kann weiterhelfen, wenn jemand nicht weiss, wie ein Produkt auf Deutsch heisst oder wie man etwas korrekt ausdrückt. Und mir gibt mir dieser fixe Tag eine Struktur in die Woche, die mir guttut.

Ein Arbeitstraining schafft neue Perspektiven

Angelina, Mitarbeiterin Caritas-Markt

Mit Caritas bin ich schon lange verbunden. Meine Familie hatte nicht viel Geld, als Kind war ich mit meinen Eltern oft im Caritas-Secondhand-Laden in Luzern. Ich weiss also aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, günstig einzukaufen. Deshalb finde ich den Caritas-Markt und die KulturLegi eine tolle Sache.
Zu Caritas Zürich kam ich über die Arbeit. Ich bin gelernte Detailhandelsfachfrau Bijouterie und habe nach einer gesundheitlichen Pause ein Aufbautraining absolviert, um wieder mein gewünschtes Arbeitspensum zu erreichen. Sechs Monate habe ich im Caritas-Markt in Oerlikon gearbeitet und hier im Laden alles gemacht, was es zu tun gibt. Der Einsatz hat mir neues Selbstvertrauen gegeben und ich konnte beruflich wieder Fuss fassen.

Ergreift neue Möglichkeiten

Amanch, KulturLegi-Nutzer

Für mich stand Caritas Zürich lange nur für die KulturLegi, mit der ich im Caritas-Markt einkaufen kann und ins Museum oder ins Kino gehe. Als mein Sohn in den Kindergarten kam, fragte mich die Elternberaterin im Quartier, ob ich Interesse am Mentoringprogramm von Copilot habe. Ich lebe seit 1998 in der Schweiz, aber das Schweizer Schulsystem kenne ich kaum. Also haben meine Frau und ich uns für das Programm angemeldet, das Unterstützung beim Schulstart bietet.
Seit einem Jahr kommt einmal pro Woche eine Freiwillige von Caritas Zürich zu uns nach Hause. Dank ihr haben wir viele Angebote kennengelernt, die uns entlasten. Sie hat uns gezeigt, wie wir eine günstige Kindergartentasche für unseren Sohn beantragen können, dank ihr haben wir Reka-Ferien in Montreux gemacht. Und sie war es auch, die mich motiviert hat, mich auf eine Stelle in einem Hort zu bewerben. Ich arbeite als Koch und hätte mich nie auf die Stelle beworben, da ich zuvor nie mit Kindern gearbeitet habe. Jetzt freue ich mich sehr auf diese zweite Stelle.

Wir bieten Entlastung

Lernen Sie Hana, Janick und Omar kennen

Wir schaffen Chancen für Menschen mit wenig Geld. Seit 100 Jahren.

Für Informationen zum richtigen Zeitpunkt

Hana, Vermittlerin

Für mich ist Caritas Zürich ein wichtiger Ort für Menschen, die Hilfe oder Informationen brauchen. Das habe ich selbst so erlebt, durch verschiedenste Erfahrungen mit den Angeboten von Caritas Zürich. Als ich vor 17 Jahren in die Schweiz kam, habe ich erst einmal die KulturLegi kennengelernt: Heute brauche ich sie zum Einkaufen im Caritas-Markt, fürs Schwimmbad und fürs Kino.
Als dann das erste meiner vier Kinder zur Welt kam, lernte ich die Mobile Sozialberatung und später dann weitere Angebote von Caritas Zürich kennen, unter anderem das Info-Café von Copilot.
Nun arbeite ich selbst seit drei Jahren als interkulturelle Vermittlerin im Info-Café von Copilot in Leimbach und Affoltern. Ich berate Eltern in meiner Muttersprache Tigrinya und auf Amharisch, gebe ihnen Informationen zum Schulsystem und beantworte die Fragen, die sie mitbringen. Das Café ist wichtig für Familien, die sich im Kindergarten oder der Schule erst zurechtfinden müssen. Was immer auch gerade im Leben passiert: Der Stress sinkt, wenn man hier ist.

Lernen motiviert für neue Wege

Janick, Computerkurs-Teilnehmer

Kennengelernt habe ich Caritas Zürich über einen Computerkurs. Ich habe einen Grundlagenkurs besucht, nachdem ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf als Küchenangestellter nicht mehr ausüben konnte. Heute bin ich engagierter Unterstützer von Caritas Zürich – weil es eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in Not ist. Mit dem Basiswissen, das ich mir in den Kursen angeeignet habe, bin ich heute versiert, wenn ich etwas mit dem Computer oder in der Administration zu erledigen habe.
Was für mich auch wichtig war: Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zum Kursleiter und zu den anderen Teilnehmer*innen. Wir tauschten uns nach den Kursen oft noch bei einem Kaffee aus. Irgendwann entstand die Idee, dass ich selbst in einem Kurs als Freiwilliger Unterstützung bieten könnte. Ob dies möglich ist und in näherer Zukunft umsetzbar, muss ich erst noch klären.

Weil hier der Mensch im Zentrum steht

Omar, Freiwilliger Lernstube

Ich habe sehr lange nach einer Möglichkeit gesucht, um mich sozial zu engagieren. Als ich von der Lernstube im Stellwerk in Altstetten hörte, war schnell klar, dass das der richtige Ort ist. Mir gefällt, dass der Mensch hier im Zentrum steht und dass wir in vielfacher Hinsicht Unterstützung bieten können: bei der Wohnungssuche, bei Bewerbungen, bei allen möglichen Arten von Korrespondenzen.
Alle zwei Wochen bin ich als Freiwilliger im Einsatz. Für mich sind diese Nachmittage ein spannender Ausgleich zu meinem Berufsalltag in einem Beratungsunternehmen. Die Arbeit in der Lernstube ist aber auch sehr erfüllend, da die Teilnehmer*innen meine Arbeit und Zeit sehr schätzen. Und es macht schlicht Spass, als Freiwilliger mitzuhelfen. Ich führe spannende Gespräche und lerne viele coole Menschen kennen. Was uns hier alle verbindet, ist die soziale Ader.

Wir stärken Ressourcen

Lernen Sie Andreas, Katharina und Farsad kennen

Wir machen Armut sichtbar. Seit 100 Jahren.

Sorgt für mehr Wissen und Verständnis

Andreas, Mitarbeiter Kommunikation

Als Kommunikationsabteilung erreichen wir Menschen mit unterschiedlichen sozialen und wirtschaftlichen Voraussetzungen sowie Medien und politische Gremien und leisten so einen Beitrag zur Armutsverhinderung. Denn: Was bringen unsere Angebote, wenn niemand davon weiss? Und: Was hilft es den Armutsbetroffenen, wenn die Armut im Verborgenen bleibt und die strukturellen Ursachen – gesellschaftlich und politisch – nicht angesprochen werden? Genau: nichts.
Wir sehen uns deshalb nicht nur als Spezialist*innen für klassische PR und Kommunikation. Unser Team ist Kompetenzzentrum für Armut und für sozialpolitisches Lobbying. Wir sprechen aus, was oft verdrängt wird: Ja, es gibt Armut im reichen Zürich. Und nein, diese Menschen sind nicht selbst schuld an ihrer Situation, an ihren Schulden, daran, dass sie krank geworden und aus dem System gerutscht sind. Wir geben denen eine Stimme, die nicht gehört werden, und wir sorgen dafür, dass auch auf politischer Ebene etwas geht – damit irgendwann alle genug zum Leben haben.

Setzt sich für einen Systemwandel ein

Katharina, armutsbetroffene Aktivistin

Ich bin armutsbetroffen und ein gutes Beispiel dafür, dass Armut alle treffen kann. Ich habe einen Masterabschluss in Kunstgeschichte, bin alleinerziehende Mutter, lebe von wirtschaftlicher Sozialhilfe und habe kein familiäres Umfeld, das mich unterstützen kann. Ich bin auch deshalb ein gutes Beispiel, weil man mir nicht ansieht, dass ich armutsbetroffen bin. Bei meinen Mitmenschen kann das dazu führen, dass sie stereotypische Bilder von Armutsbetroffenheit hinterfragen.
Wenn ich Gelegenheit habe, meine Geschichte zu erzählen, nutze ich diese, um Armut sichtbar zu machen und auf strukturelle Probleme hinzuweisen. Sei dies über meinen Instagram-Account, indem ich städtische Angebote erprobe, oder als Rednerin am Armutsforum von Caritas Zürich.
Es ist mir wichtig aufzuzeigen, dass auch finanziell benachteiligte Menschen über Handlungsmacht verfügen. Ich wünsche mir, dass alle hinstehen und für sich sprechen können. Nur ist das oft unmöglich, weil es im öffentlichen Diskurs zu wenig Räume gibt, in denen sich Armutsbetroffene trotz empfundener Scham niederschwellig äussern können, Ich schäme mich nicht, weil ich weiss, dass Armut strukturell bedingt ist.

Bringt das Thema Armut in den öffentlichen Raum

Farsad, aktiv bei youngCaritas Zürich

Caritas Zürich bietet denjenigen Menschen ein Netzwerk, die keines haben. Das war auch bei mir so. Ich habe nach dem Studium in Deutschland einen Job in der Schweiz gefunden und war erst einmal allein hier. Stell dir vor, du gehst von deiner Heimatstadt weg und kommst an einen Ort, wo kulturell doch alles etwas anders ist. Du bist froh, hier gelandet zu sein und denkst: Freiwilligenarbeit ist eine gute Gelegenheit, um dich mit deiner neuen Umgebung vertraut zu machen, neue Kontakte zu knüpfen und dabei der Gesellschaft auch etwas zurückzugeben.
Nun bin ich seit einem Jahr bei der Aktionsgruppe dabei. Wir treffen uns einmal im Monat und führen Aktionen durch, um Armut sichtbar zu machen. Beispielsweise haben wir in der Vorweihnachtszeit Schaufenster in verschiedenen Läden in Zürich und Winterthur festlich dekoriert und in den Fenstern Fakten zum Thema Armut platziert. Ziel dieser kreativen Adventsaktion war es, die Solidarität in der Region mit Armutsgefährdeten zu stärken und lokale Unternehmen zu unterstützen.

Wir verhindern Armut

Um Armut zu verhindern, muss Öffentlichkeit und Politik bewusst werden, dass Armut existiert! Ein wichtiger Auftrag unserer Arbeit ist deshalb, über die Armut und die Ursachen von Armut zu informieren und zu sensibilisieren – für die 210'000 Menschen im Kanton Zürich, die unter oder nur knapp über der Armutsgrenze leben.
Dies bedeutet auch, auf Lücken im System aufmerksam zu machen und konkrete Forderungen zu stellen. Insbesondere Forderungen nach 

  • würdiger Arbeit
  • bezahlbarem Wohnraum
  • existenzsichernden Löhnen
  • Zugang zu Bildung 

So wollen wir erreichen, dass auf sozialpolitischer Ebene die Weichen zu Gunsten von armutsbetroffenen und armutsgefährdeten Menschen gestellt werden.

Helfen Sie mit, das Leben von Armutsbetroffenen zu verbessern:

Meine Spende

789 000

Personen sind trotz eines Erwerbseinkommens im Haushalt armutsgefährdet.

14 %

des verfügbaren Einkommens von Haushalten in wirtschaftlich bescheidenen Verhältnissen wird im Schnitt für die Krankenkassenprämien eingesetzt (nach Abzug der Prämienverbilligung).

5,5 %

der Kinder in der Schweiz mussten im Jahr 2021 aus finanziellen Gründen auf kostenpflichtige Freizeitbeschäftigungen verzichten. (BFS 2023)

Sie möchten sich engagieren: