01.09.2026
unten_durch in Rorschach: Armut aus einer anderen Perspektive erleben
Beim interaktiven Rundgang in Rorschach verbanden sich lokale Fakten, szenische Begegnungen und der öffentliche Raum zu einer besonderen Erfahrung.
Bei unten_durch wird die Stadt selbst zum Schauplatz. Wir führten den interaktiven Rundgang im August in Rorschach durch und lud die Teilnehmenden dazu ein, sich mit Armut, finanziellen Belastungen und schwierigen Lebenslagen auseinanderzusetzen.
Zwei Mitarbeitende von Caritas St. Gallen-Appenzell begleiteten die Gruppe durch die Stadt und vermittelten an verschiedenen Stationen Hintergründe, aktuelle Daten und regionale Zusammenhänge. Für jede Durchführung werden diese Informationen an den jeweiligen Ort angepasst. Bei diesem Rundgang lag der Fokus auf der Region Rorschach-Goldach.
Eine Besonderheit von unten_durch ist die Verbindung von Information und Schauspiel. Während die Gruppe durch die Stadt geht, begegnet sie Schauspielerinnen und Schauspielern, die unterschiedliche Rollen übernehmen.
Mal sprechen sie direkt mit Teilnehmenden, mal miteinander. Ihre Szenen entstehen mitten im öffentlichen Raum und machen unmittelbar erfahrbar, wie finanzielle Sorgen, gesellschaftliche Ausgrenzung oder belastende Lebensumstände wirken können.
Dabei stehen nicht einzelne von Armut betroffene Menschen im Rampenlicht. Ihre Erfahrungen und Lebensrealitäten werden durch die gespielten Szenen vermittelt. So lassen sich persönliche und sensible Themen sichtbar machen, ohne Betroffene selbst exponieren zu müssen.
unten_durch verbindet statistische und fachliche Informationen mit konkreten Erfahrungen. Was Zahlen zu Armut oder finanziellen Schwierigkeiten abstrakt beschreiben, wird im Rundgang anhand alltäglicher Entscheidungen, Begegnungen und Herausforderungen nachvollziehbar.
So entsteht Raum für Fragen, Austausch und neue Perspektiven – mitten in der Stadt.
Caritas St. Gallen-Appenzell führt unten_durch an verschiedenen Standorten in ihrem Wirkungsgebiet durch. Und unten_durch endet nicht einfach an der letzten Station, sondern regt auch darüber hinaus zum Nachdenken an.