09.09.2026
Céline Widmer: «Seite an Seite gegen Armut»
Stadträtin Céline Widmer erinnert sich in ihrer neusten Tagblatt-Kolumne an das Fest zum 100. Geburtstag von Caritas Zürich – und windet weiteren Akteuren ein Kränzchen.
Seite an Seite gegen Armut
erschienen im Tagblatt der Stadt Zürich vom 9. September 2026
«Vor Kurzem war ich zur Jubiläumsfeier 100 Jahre Caritas Zürich eingeladen und konnte die Glückwünsche der Stadt Zürich zu einem Jahrhundert Engagement für benachteiligte Menschen überbringen. Als Sozialvorsteherin der Stadt Zürich bin ich froh, dass wir im Bereich Armutsbekämpfung mit der Caritas – und vielen weiteren gemeinnützigen Organisationen – starke und kompetente Partner*innen zur Seite haben. Denn Zürich nimmt in Städte-Rankings zwar immer wieder Spitzenplätze ein und ist über die Landesgrenzen hinaus für seine Lebensqualität bekannt. Aber gleichzeitig ist Zürich auch eine Stadt der Gegensätze. So gibt es zahlreiche Zürcher*innen, die zu Tieflöhnen arbeiten und ihren Lebensunterhalt nur knapp oder nicht selbstständig bestreiten können. Und viele kämpfen Monat für Monat mit ihren Rechnungen und Verpflichtungen – eine Armut, die meist nicht sichtbar ist.
Mein Ziel für Zürich ist, dass niemand zurückbleibt. Alle Zürcher*innen sollen an den Qualitäten unserer Stadt teilhaben und sich als Teil der Gemeinschaft fühlen können. Dazu braucht es beispielsweise existenzsichernde Löhne, niederschwellige Bildungsangebote und mehr bezahlbaren Wohnraum. Um die Situation dieser benachteiligten Menschen zu verbessern, braucht es zudem unbürokratische und niederschwellige Unterstützung, die nachhaltig ist und Hilfe zur Selbsthilfe bietet. Und es braucht das Zusammenspiel von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren.
Mit diesem Zusammenspiel zwischen Bund, Kanton und Gemeinden, Kirchen und Stiftungen, der Wirtschaft und engagierten Freiwilligen können wir als Gesellschaft Armutsbetroffenen eine Stimme verleihen und Schritt für Schritt politische Veränderungen herbeiführen.
Dem Geburtstagskind Caritas Zürich und allen anderen Organisationen, die sich mit Herzblut für benachteiligte Menschen einsetzen, gebührt deshalb ein grosses Dankeschön.»
Stadträtin Céline Widmer
Vorsteherin Sozialdepartement