22.01.2026
Kampagnenstart gegen die Initiative «Arbeit muss sich lohnen»
Caritas Aargau startet gemeinsam mit SP, Die Mitte, GRÜNE, GLP, EVP Aargau, deren Jungparteien sowie den sozialen Verbänden ArbeitAargau, Netzwerk Sozialer Aargau und Netzwerk Asyl Aargau eine überparteiliche Kampagne gegen Sozialhilfekürzungen.
Am 8. März 2026 stimmt die Bevölkerung im Kanton Aargau über die Initiative «Arbeit muss sich lohnen» ab. Was nach Leistungsanreiz klingt, bedeutet pauschaler Sozialabbau.
Die Stellungnahme von Caritas Aargau
Kürzungs-Initiativen und ihre Fehlannahmen:
Ein Aufruf zu nachhaltigen Lösungen für Armutsbekämpfung
Die vorliegende Initiative zielt darauf ab, Einsparungen auf Kosten von Menschen mit ohnehin unzureichenden finanziellen Mitteln vorzunehmen. Sie begründet dies mit dem Anspruch, Sozialhilfebeziehende dadurch zur Erwerbsarbeit zu motivieren. Dieser Ansatz beruht jedoch auf vereinfachenden und sachlich nicht haltbaren Annahmen über Armut und Sozialhilfebezug und ignoriert zentrale sozial- und arbeitsmarktpolitische Erkenntnisse.
Zudem reproduziert die Initiative das empirisch widerlegte Stereotyp des angeblich arbeitsunwilligen Sozialhilfebeziehenden, das sich in rund 95 % der Fälle nicht bestätigt.
Berechnungen zeigen, dass die Initiative weder die öffentlichen Haushalte nachhaltig entlastet noch die Erwerbstätigkeit fördert, sondern vielmehr höheren Verwaltungsaufwand und steigende Kosten verursacht. Sie erweist sich damit als kontraproduktiv und verfehlt ihr Ziel deutlich.
Für die betroffenen Personen hätte die Initiative jedoch erhebliche Folgen. Ihnen stünden künftig weniger Mittel zur Sicherung des Lebensunterhalts zur Verfügung, mit negativen Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit sowie auf die gesellschaftliche Teilhabe.
Statt pauschaler Kürzungen braucht es gezielte Massnahmen, die an den Ursachen des Langzeitbezugs ansetzen, insbesondere bezahlbare Kinderbetreuung, die Förderung von Grundkompetenzen und den Zugang zu Berufsabschlüssen oder beruflicher Neuorientierung. Solche Investitionen tragen nachweislich nachhaltiger zur Armutsreduktion bei und sind langfristig sozial- wie finanzpolitisch sinnvoll.
Ihr Kontakt bei Fragen:
Fabienne Notter, Caritas Aargau, fn@caritas-aargau.ch
Weitere Informationen zur Gegenkampagne
https://sozialhilfekuerzungnein.ch/